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The Work von Byron Katy


THE WORK ist ein Weg, Stress erzeugende Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, der zum inneren Frieden und zum Frieden mit der Welt führt. Byron Katie entdeckte, dass sie litt, wenn sie glaubte etwas sollte anders sein, als es ist („Mein Ehemann sollte mich mehr lieben“ – „Meine Kinder sollten mich schätzen“), und dass sie Frieden empfand, wenn sie diese Gedanken nicht glaubte. Sie erkannte, dass nicht die Welt um sie herum Ursache für ihre Depression war, sondern ihre Überzeugungen über die Welt.

 

In einem Geistesblitz erkannte Katie, dass wir uns in unserer Suche nach Glück in die falsche Richtung begeben. Anstatt den hoffnungslosen Versuch zu starten, die Welt so verändern zu wollen, wie sie unseren Gedanken gemäß sein sollte, können wir diese Gedanken hinterfragen, und indem wir der Wirklichkeit so begegnen, wie sie ist, erfahren wir unvorstellbare Freiheit und Freude.

 

Katie hat einen einfachen, jedoch wirkungsvollen Untersuchungs-Prozess entwickelt, der THE WORK genannt wird, und der diese Transformation ermöglicht. Als Resultat wurde aus einer bettlägerigen, selbstmordgefährdeten Frau eine Frau voller Liebe für alles, was ihr das Leben bringt. Katies Einsichten in den menschlichen Geist stimmen überein mit den Forschungsergebnissen der kognitiven Psychologie.

 

 

Frage 1: Ist das wahr?

 

Frage 2: Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Können Sie es wirklich wissen?

 

Frage 3: Wie reagieren Sie, wenn Sie diesen Gedanken glauben? Wie behandeln Sie andere, wenn Sie diesen Gedanken glauben?

 

Frage 4: Wer wären Sie ohne diesen Gedanken? Stellen Sie sich ihr Leben vor. Wie würden Sie leben, wenn Sie diesen Gedanken nicht glauben könnten?

 

 

THE WORK wurde auch verglichen mit dem sokratischen Dialog und mit buddhistischen Belehrungen. Aber Katie hat THE WORK ohne religiöses oder psychologisches Vorwissen entwickelt. THE WORK gründet allein auf der direkten Erfahrung einer Frau, wie Leiden entsteht und wie es vergeht. THE WORK ist erstaunlich einfach und nachvollziehbar für Menschen in jedem Alter und mit jedem Hintergrund. Es erfordert nichts weiter als Stift, Papier und einen offenen Geist. Katie erkannte sogleich, dass es wenig brachte, wenn sie Menschen ihre Einsichten und Antworten vermittelte – stattdessen gibt sie einen Untersuchungs-Prozess weiter, der Menschen zu ihren eigenen Antworten führt. Die ersten Menschen, die THE WORK gemacht haben, berichteten, dass es ihr Leben transformiert habe. Bald darauf erhielt Katie Einladungen, um den Prozess in öffentlichen Veranstaltungen einem größeren Publikum vorzustellen.

 

Seit 1986 hat Katie THE WORK weltweit an Millionen von Menschen weitergegeben. Zusätzlich zu den öffentlichen Veranstaltungen hat sie ihre Arbeit auch an Universitäten, in Firmen, Schulen, Kirchen, Krankenhäusern und Gefängnissen eingeführt. Katies Freude und Humor bewirken, dass sich die Menschen schnell mit ihr wohl fühlen. Durch die tiefen Einsichten und Durchbrüche entstehen fesselnde Begegnungen. Taschentücher sind stets griffbereit.

 

Was ist das?

Wir leiden nur dann, wenn wir an einem Gedanken hängen, der mit der Wirklichkeit im Widerspruch ist. Wenn unser Geist klar ist, dann ist das, was ist, das, was wir wollen. Wenn du möchtest, dass die Wirklichkeit anders ist, als sie ist, kannst du genauso gut versuchen, einer Katze das Bellen beizubringen. Du kannst es versuchen und versuchen und zum Schluss wird die Katze zu dir aufschauen und „miau“ sagen. Die Wirklichkeit anders haben zu wollen, als sie ist, das ist hoffnungslos. Wenn du darauf achtest, wirst du bemerken, dass du täglich Dutzende solcher Gedanken denkst: „Die Menschen sollten freundlicher sein“ – „Kinder sollten sich benehmen“ – „Mein Ehemann (meine Ehefrau) sollte mit mir übereinstimmen“ – „Ich sollte schlank sein (oder hübscher, erfolgreicher)“ …

 

Mit diesen Gedanken möchten wir die Wirklichkeit anders haben, als sie ist. Wenn du das Gefühl hast, dies sei bedrückend, so hast du recht. Jeder Stress, den wir fühlen, beruht darauf, dass wir uns mit der Wirklichkeit anlegen. Menschen, für die THE WORK neu ist, sagen oft zu mir: „Aber es wäre doch entmächtigend, wenn ich aufhörte, mich mit der Wirklichkeit anzulegen. Wenn ich die Wirklichkeit einfach annehme, so wie sie ist, werde ich passiv, dann verliere ich vielleicht jede Motivation zu handeln.“ – Ich antworte ihnen mit einer Frage: „Kannst du wirklich wissen, dass das wahr ist?“ Was ermächtigt uns mehr: „Ich wünschte, ich hätte meinen Job nicht verloren“ oder „Ich habe meinen Job verloren, was kann ich jetzt tun?“

 

THE WORK offenbart uns, dass das, wovon wir denken, dass es nicht hätte geschehen sollen, geschehen musste. Es musste geschehen, weil es geschehen ist und kein Denken in der Welt kann dies ändern. Das heißt nicht, dass wir es dulden oder gutheißen. Es bedeutet lediglich, die Dinge ohne Widerstand und ohne die Verwirrung von innerer Abwehr zu sehen. Niemand will, dass sein Kind krank wird und niemand will einen Autounfall erleben, aber wenn diese Dinge geschehen, wie könnte es da hilfreich sein, wenn wir uns mental mit ihnen anlegen?

 

Obwohl wir dies eigentlich wissen, tun wir es dennoch, weil wir nicht wissen, wie wir damit aufhören können. Ich bin eine Liebhaberin dessen, was ist, nicht, weil ich ein spiritueller Mensch bin, sondern weil es schmerzt, wenn ich mich mit der Wirklichkeit anlege. Wir erfahren, dass die Wirklichkeit gut ist, genau so, wie sie ist, weil wir Spannung und Frustration erleben, wenn wir uns mit ihr anlegen. Wir fühlen uns dann weder natürlich, noch ausgeglichen. Hören wir auf, uns der Wirklichkeit zu widersetzen, dann wird unser Handeln einfach, fließend, freundlich und angstlos.

 

Den eigenen Gedanken mit Verständnis begegnen

Gedanken sind harmlos, es sei denn, wir glauben sie. Es sind nicht unsere Gedanken, die Leiden verursachen, es ist unser Anhaften an ihnen. Einem Gedanken anzuhaften bedeutet zu glauben, dass er wahr ist, ohne ihn zu hinterfragen. Eine Überzeugung ist ein Gedanke dem wir – vielleicht über Jahre – anhaften. Die meisten Menschen denken, sie seien das, was ihre Gedanken ihnen vermitteln. Eines Tages fiel mir auf, dass ich nicht atmete – ich wurde geatmet. Dann habe ich zu meinem Erstaunen auch festgestellt, dass ich nicht dachte – sondern dass ich tatsächlich gedacht wurde und dass das Denken nicht persönlich ist.

 

Erwachst du am Morgen und sagst zu dir selbst: „Ich denke, heute werde ich nicht denken? – Zu spät, du denkst bereits! Gedanken tauchen auf. Sie kommen aus dem Nichts und verschwinden im Nichts, wie Wolken, die über den Himmel ziehen. Sie kommen, um zu gehen, nicht um zu bleiben. Sie richten keinenSchaden an, solange wir nicht glauben, sie seien wahr.

 

Bisher war niemand fähig, sein Denken zu kontrollieren, obwohl Menschen vielleicht die Geschichte erzählen, dass sie es können. Ich lasse meine Gedanken nicht los – ich begegne ihnen mit Verständnis, dann lassen sie mich los. Wenn die Gedanken das nächste Mal auftauchen, finden wir es vielleicht lustig. Das nächste Mal bemerken wir es vielleicht gar nicht mehr. Das ist die Macht von: Lieben, was ist.



Texte von Byron Katie " Quelle:www.thework.com"

"Die Zusammenstellung obiger Texte wurden mit freundlicher Genehmigung von H. Prof. Poggendorf, Hochschule Fulda, der "Well Team Times " Ausgabe 96/Nov. 2008 entnommen."